Welche Quellen nutzen wir – und warum?

Du sollst unsere Einordnungen nachvollziehen können. Deshalb zeigen wir möglichst offen, auf welchen Quellen sie beruhen und wie wir mit unterschiedlichen Arten von Informationen umgehen.

Dabei ist nicht jede Quelle für jede Frage gleich geeignet. Eine amtliche Statistik beantwortet andere Fragen als eine wissenschaftliche Studie, eine Gerichtsentscheidung oder eine Modellrechnung.

Was wir bevorzugen

Wo immer möglich, greifen wir auf Quellen zurück, die möglichst nah an der ursprünglichen Information liegen.

Dazu gehören insbesondere:

Eine Primärquelle ist nicht automatisch richtig. Sie macht eine Aussage aber in der Regel besser überprüfbar.

Was wir vermeiden

Medienberichte, Blogbeiträge, Social-Media-Posts oder politische Veröffentlichungen können wichtige Hinweise liefern. Wenn die ursprüngliche Quelle verfügbar ist, versuchen wir jedoch, nicht bei der Zusammenfassung stehenzubleiben.

Entscheidend ist nicht, wer eine Aussage teilt, sondern ob sich ihre Grundlage nachvollziehen lässt.

Wie wir mit Unsicherheit umgehen

Nicht jede Frage hat eine eindeutige Datenlage.

Studien können zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, statistische Zusammenhänge verschiedene Erklärungen zulassen und Prognosen von Annahmen abhängen.

Wo die Faktenlage unsicher oder gemischt ist, soll auch unsere Einordnung diese Unsicherheit zeigen.

Modelle sind keine Messwerte

Modellrechnungen und Prognosen sind nicht weniger seriös als gemessene Daten – sie beantworten andere Fragen.

Eine Statistik kann beschreiben, was passiert ist. Ein Modell kann untersuchen, was unter bestimmten Annahmen passieren könnte.

Deshalb kennzeichnen wir Modellrechnungen und Prognosen als solche und stellen ihre Ergebnisse nicht wie gemessene Tatsachen dar.

Was passiert, wenn Quellen widersprechen?

Widersprüchliche Ergebnisse sind kein Grund, eine Seite einfach auszuwählen.

Wir betrachten unter anderem, was genau untersucht wurde, welche Daten verwendet wurden, welchen Zeitraum eine Untersuchung abdeckt und wie belastbar die jeweiligen Aussagen sind.

Lässt sich daraus keine eindeutige Schlussfolgerung ziehen, sollte auch die Einordnung nicht eindeutiger sein als die Quellenlage.

Fakten können sich ändern

Statistiken werden aktualisiert, neue Studien erscheinen und Gesetze können sich ändern.

Unsere Einordnungen beziehen sich deshalb immer auf den jeweils verfügbaren Stand der verwendeten Quellen. Wenn sich die Grundlage einer Aussage wesentlich verändert, muss auch die Einordnung überprüft werden.

Du möchtest Quellen selbst schneller einschätzen?

Im Quellen-Kompass zeigen wir sechs Schritte, mit denen du Aussagen und ihre Grundlagen prüfen kannst.