So funktioniert Richtig einordnen

Politische Debatten vermischen häufig unterschiedliche Fragen. Richtig einordnen versucht deshalb, drei Ebenen auseinanderzuhalten: überprüfbare Tatsachen, geltendes Recht und politische Wertentscheidungen.

„Richtig einordnen“ bedeutet nicht, die richtige Meinung vorzugeben. Es bedeutet, Fakten, Recht und Werte auseinanderzuhalten.

01 · Fakten prüfen

Überprüfbare Behauptungen vergleichen wir mit verfügbaren Daten, wissenschaftlichen Erkenntnissen und möglichst belastbaren Quellen.

Dabei geht es nicht darum, ob eine Aussage politisch gefällt, sondern darum, wie gut sie durch die verfügbare Faktenlage gestützt wird.

02 · Recht einordnen

Bei rechtlichen Fragen betrachten wir die geltende Rechtslage. Dazu gehören je nach Thema beispielsweise das Grundgesetz, Gesetze, Gerichtsentscheidungen, EU-Recht oder internationale Verpflichtungen.

Eine rechtliche Einordnung sagt dabei nicht, was politisch gewollt sein sollte. Gesetze können geändert werden. Verfassungsrechtliche, europarechtliche und internationale Grenzen unterscheiden sich jedoch darin, wie und ob sie politisch verändert werden können.

Rechtlich nicht möglich bedeutet nicht, dass eine politische Forderung nicht vertreten werden darf. Gesetze können geändert werden. Verfassungsrecht, EU-Recht und internationale Verträge setzen dabei jedoch unterschiedliche Grenzen.

03 · Werte sichtbar machen

Nicht jede politische Frage lässt sich mit Daten beantworten.

Wie hoch Steuern sein sollten, welche gesellschaftlichen Ziele besonders wichtig sind oder wie unterschiedliche Interessen gegeneinander abgewogen werden, sind auch politische Wertentscheidungen.

Solche Entscheidungen bewerten wir nicht als faktisch richtig oder falsch.

04 · Quellen nachvollziehbar machen

Wo immer möglich, verlinken wir die Quellen, auf denen eine Einordnung beruht.

Wir bevorzugen Originalquellen und Primärquellen, kennzeichnen Unsicherheiten und unterscheiden gemessene Daten von Analysen, Modellrechnungen und Prognosen.

Relevante Gegenargumente sollen sichtbar bleiben, wenn sie für die Einordnung einer Frage wichtig sind.

Priorisierung von Quellen

  1. Gesetze / Gerichte
  2. amtliche Statistiken
  3. wissenschaftliche Institutionen
  4. internationale Organisationen
  5. Forschungsinstitute

Wie funktioniert der Test?

Der interaktive Test ist ein Bestandteil von Richtig einordnen. Du beantwortest politische Aussagen zunächst aus deiner eigenen Perspektive und vergleichst deine Einschätzung anschließend mit verfügbaren Daten, wissenschaftlichen Erkenntnissen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

„Weiß nicht“ wird nicht bestraft und fließt nicht negativ in die Auswertung ein. Aus einzelnen Antworten werden keine Aussagen über Charakter, Extremismus, Nationalismus oder Autoritarismus abgeleitet.

Der Titel „Wie ideologisch bin ich?“ ist bewusst zugespitzt. Richtig einordnen ist kein wissenschaftlicher Ideologietest und erstellt kein politisches Persönlichkeitsprofil.

Eine hohe Faktennähe bedeutet nicht, dass jemand die „richtige“ politische Meinung hat. Sie beschreibt lediglich, wie nah die bewerteten Antworten an der für die jeweilige Frage herangezogenen Fakten- oder Rechtslage liegen.